Komplettumbau der Hausautomatisierung 2018

Das Jahr 2018 hat in meinem Smart Home sehr viele Veränderungen gebracht. Angefangen mit dem Tausch des Frontends bis hin zur Netzwerkinfrastruktur. Im Laufe des Jahres musste ich feststellen, dass FHEM immer langsamer und träger in der Bedienung wurde. Die Empfehlung ist in einem solchen Fall, mehrere FHEM Instanzen aufzusetzen und diese mit FHEM2FHEM zu verbinden. Damit kann die Oberfläche vom Backend und von der Datenbank getrennt werden. Dies ist zwar eine Möglichkeit, die Performance wieder zu steigern, aber die grundsätzliche Problematik eines monolithischen Systems auf Basis von PERL bleibt bestehen.

Deshalb habe ich mich zu einem radikalen Umbau entschieden: FHEM wird abgelöst und ich stelle um auf Node-Red und MQTT, darunterliegend eine Infrastruktur von Docker Containern, die auf meiner Diskstation läuft.
Die Kommunikation mit den Homematic Geräten läuft jetzt über einen Raspberrymatic mit externer Antenne und einem MQTT Plugin. Auch alle anderen Devices und Sensoren "sprechen" MQTT. Angefangen vom Feinstaubsensor über die Wetterstation bis hin zu den LED Stripes und den Harmony Hubs zur Steuerung von IR Geräten. Selbst Teile der Sternwarte und sogar der 3D Drucker (über Octopi) sind via MQTT angebunden. Die FLIC Buttons bleiben wie gehabt über zwei Raspberry Pi W Zero via Bluetooth angebunden, die Zeros geben die Signale über MQTT an Mosquitto weiter. Geräte, die nicht direkt über MQTT angebunden werden können, haben einen eigenen Dockercontainer (danke @ansi) erhalten, der die Kommunikation auf MQTT umsetzt.
Auch in der Netzwerkinfrastruktur hat sich dieses Jahr extrem viel getan. Das Projekt GttG (Gigabit to the Gartenhäuschen) ist fertig. Alle Switches im Haus sind jetzt auf Ubiquiti Unifi Switches umgestellt, wo notwendig mit PoE. Alle PoE fähigen Überwachungskameras sind nun auch mit PoE angeschlossen und im Gartenhäuschen steht PoE bereit für Satelliten- und Meteor Scatter Empfangsstationen.
Node-Red ist soweit konfiguriert, dass ich mein Haus über Weboberfläche steuern kann, egal ob mittels PC, iPad oder Smart Phone.
A/V Technik ist auch etwas verbessert worden: Ich habe meinen B&W Zeppelin Air, der im Küchenregal eher einen Dornröschenschlaf fristete an den "Hauptschirm" im Wohnzimmer angeschlossen. Jetzt kann ich dort nicht nur meine besten Fotos an der "leuchtenden Leinwand" anzeigen, sondern bei Bedarf auch Musik in deutlich besserer Qualität hören, als es die Lautsprecher des Bildschirms schaffen würden. So muss ich nun nicht mehr das ganze Heimkino hochfahren, wenn ich mal eben schnell etwas auf Youtube sehen oder via Airplay ein Musikstück anhören möchte.
Kurz vor Weihnachten habe ich noch eine Optimierung bei den WLAN Access Points vorgenommen: Bisher war nur der Unifi AC HD im Erdgeschoss provisorisch an der Wand montiert. Mit Hilfe eines flachen CAT6 Kabels habe ich den AP nun an die Decke über dem Esstisch montiert und damit eine wesentliche Vermessung der WLAN-Ausleuchtung im EG erreicht. Fast alle Geräte im EG sind mit 99% Signalqualität angebunden und selbst die Verbindung der WLAN-Kamera in der Garage ist nun direkt mit dem AP möglich, der provisorisch hinter der Haustüre eingesetzte Unifi-Mesh AP ist nun gar nicht mehr notwendig für eine dauerhaft stabile WLAN Verbindung.
Rückblickend auf das Jahr 2018 kann ich sagen: Mein Smart Home hat sowohl von Seiten der Infrastruktur als auch der Bedienerfreundlichkeit einen großen Sprung nach vorne gemacht. Die aktuelle Netzwerkinfrastruktur erlaubt jetzt viele Erweiterungen, wie etwa die zukünftige Anbindung meiner "Orwell" Raumüberwachungssensoren mit Bewegungsmelder, Helligkeits- und Luftgütesensor (der neue Bosch BME-680). So freue ich mich auf 2019: egal wie das Wetter wird, ich kann immer etwas cooles machen: Bei klarem Himmel Astronomie, bei Bewölkung und Regen geht es weiter im Smart Home.