Eine neue Ära

Letzte Nacht begann eine neue Ära der Astrofotografie in meiner Sternwarte: Nachdem ich in den letzten Jahren sukzessiv meine Ausrüstung verbessert hatte, war es endlich Zeit, meine Kamera aufzurüsten.

Ich wechselte schließlich zu einer monochromen, gekühlten CMOS-Kamera, nämlich der ZWO ASI1600MM Pro mit motorisiertem Filterrad mit 7 Positionen. Die Kamera ist vor wenigen Tagen eingetroffen, aber die Baader 36mm Filter fehlen noch. Also wollte ich warten bis die Filter da sind und ich habe schonmal Dark und Bias Frames erstellt.

Letzte Nacht war es sternklar und ich konnte einfach nicht widerstehen, die Kamera an meinem Refraktor anzubringen und das First Light einzufangen.

Und was für ein First Light sollte das sein - auch wenn wir noch fast Vollmond haben: ich habe ein kurzes Video von Jupiter gemacht, ohne Filter oder fokale Erweiterungen. Selbst wenn der ROI bei einer Brennweite von 1085mm nur 100x104 Pixel beträgt, sieht das Ergebnis vielversprechend aus! Dank USB 3 ist die Geschwindigkeit der Kamera erstaunlich. Die Videoaufnahme lief mit fast 200 Bildern pro Sekunde.

Für den Rest der Nacht nahm ich 10 Minuten Lights von M81 & M82 bei -10°C Sensortemperatur auf. Obwohl die Kamera bis zu -45°C unter Umgebungstemperatur kühlen kann, wollte ich in der ersten Aufnahmenacht nicht bis an die Grenze gehen. Nach nur 3 Stunden Bildaufnahme wurde der Himmel schon wieder hell, so dass die Montierung in Parkposition fuhr und die Kuppel geschlossen wurde.

Auch wenn es nur ein Schwarz-Weiß-Bild ist, denke ich, dass ich ein neues "Best of" Bild dieser beiden Galaxien habe. Und in der voll aufgelösten Version des Bildes kann man eine schwache Galaxie erkennen, die 540 Millionen Lichtjahre entfernt ist, bei einer Magnitude von 18mag. Das ist mein neuer Entfernungsrekord einer schwachen Galaxie.