FFC - ole, ole!

Seitdem ich den Starfire einsetze, bin ich immer um ein weiteres optisches Sahnestück herumgeschlichen, das perfekt meinen Refraktor ergänzen würde. Allerdings haben mich bisher nicht nur der Preis, sondern auch der zusätzliche Aufwand an weiterem Zubehör und an Lagerung und Einsatz des Gerätes davon abgehalten, endlich zuzuschlagen. Doch das ist jetzt vorbei!

Die Rede ist vom Baader FFC - Fluorit Flatfield Converter, der schärfsten, variablen Barlow-Linse. Mit ihr kann ich die Schärfe des Apos voll ausreizen und bei Planeten oder der ISS die Brennweite 3-8fach verlängern.
Auf astronomie.de wurde der FFC inkl. T2 Verlängerungshülsen angeboten, also direkt bereit für den Einsatz an meinen Teleskopen. Als ich dann noch sah, wer die Verkäuferin war, konnte ich sicher sein, dass der FFC immer pfleglich behandelt worden sein musste. Herr Baader hatte mir schon früher bestätigt, dass eine Aufbewahrung der empfindlichen Optik in meiner Sternwarte nichts entgegensteht, selbst wenn die Temperaturen außen stark schwanken.

Also schlug ich zu und so bin ich seit dieser Woche glücklicher Besitzer eines gebrauchten FFC, der allerdings wirklich wie neu aussieht. Letzte Nacht kam er zum ersten Mal zum Einsatz. Da derzeit nur Venus am Abendhimmel zu sehen ist, musste sie als erstes Versuchskaninchen herhalten und ich war wirklich von der Leistung sofort begeistert. Fokussieren funktioniert mit dem FocusLynx ebenfalls perfekt, gerade auch remote und so steht der kommenden Marsopposition und den nächsten ISS Überflügen nichts mehr im Wege. Ich bin schon sehr gespannt, ob ich die ISS bei 3, 4, 5 oder noch mehr Metern Brennweite fotografieren kann.

Ein Wermutstropfen ist jedoch dabei: Mit meiner aktuellen ASI120MM Kamera wird das Sichtfeld so klein, dass ich die Montierung wohl in Kürze noch besser einnorden und ein neues Pointing Modell erstellen muss, damit das Zielobjekt auch bei hohen Brennweiten noch perfekt im Bild erscheint.

Nach erfolgreichem Test an Venus habe ich den Refraktor wieder auf Flattener und DSLR umgerüstet, um M64, die Blackeye Galaxie zu fotografieren. Durch die starke Temperaturschwankung über Nacht waren jedoch die letzten Bilder schon deutlich unscharf, so dass ich von ingesamt 7 Stunden Belichtungszeit "nur" knapp über 4 Stunden verwenden konnte. Auch hier muss ich mich wohl ans Thema Temperaturkompensation des Fokussierers wagen - ein Thema für eine der nächsten Beobachtungsnächte.